Bildung und Ausbildung
für Mädchen in Südamerika.
 
 

Stipendien für Mädchen in Yunchará
BOL 0195

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StipendienIm Schulsystem Boliviens gab es in den letzten Jahren viele Verbesserungen. Dies zeigt sich vor allem in höheren Einschulungs- und Abschlussraten an Grundschulen.
Gerade in ärmeren, ländlichen Gebieten ist jedoch der Anteil der Mädchen und Jungen, die nach der Grundschule eine weiterführende Schule besuchen und abschließen, sehr gering. So besuchen in der Gemeinde Yunchará im Bezirk Tarija nur etwa 22 Prozent der Jungen und 15 Prozent der Mädchen eine weiterführende Schule.

Eine Reihe von Faktoren führt dazu, dass Mädchen oftmals keine weiterführende Bildung erhalten, kaum ihr volles Potenzial entfalten können und später nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

  • Mädchen müssen die Schule häufig vorzeitig verlassen, um im Haushalt zu helfen oder auf ihre jüngeren Geschwister aufzupassen.
  • Die Schulwege sind mitunter sehr lang und nicht ungefährlich, sodass Eltern aus Sorge um die Sicherheit die Mädchen zu Hause lassen.
  • Häufig haben Familien zudem nicht die finanziellen Möglichkeiten, um anfallende Kosten für Schulmaterialien und Schulausstattung zu tragen. Reicht das Geld nicht für eine Ausbildung aller Geschwister aus, werden meist die Jungen bevorzugt.
  • Oftmals ziehen Eltern in andere Landesteile auf der Suche nach Arbeit und lassen ihre Kinder unter der Aufsicht der älteren Geschwister zurück. Auch diese haben nicht die Möglichkeit, ihre jüngeren Geschwister zur Schule zu schicken.

Ziele
Plan und seine Partner möchten durch die Vergabe von Stipendien 20 Mädchen und jungen Frauen zwischen 14 und 18 Jahren den Besuch einer weiterführenden Schule ermöglichen. Gleichzeitig wird durch Schulungen und Informationsveranstaltungen in den Gemeinden das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer weiterführenden Bildung für Mädchen gestärkt.
Die Bezirksregierung wird eng in das Projekt eingebunden und deren Mitarbeiter erhalten Schulungen. Das Ziel ist es, dass sich die Behörden nach Projektende auch eigenständig für die Bildung von Mädchen stark machen und genügend Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.

Maßnahmen
Das Projekt gliedert sich in zwei Phasen.

Planungsphase des Stipendienprogramms:

  • Die Gemeindemitglieder wählen ein Komitee aus Vertreterinnen und Vertretern der Schulen und Partnerorganisationen von Plan zur Auswahl der Stipendiatinnen.
  • Das Komitee einigt sich mit den Gemeindemitgliedern auf Auswahlkriterien für die Stipendien.
  • Familien und Schülerinnen erhalten Informationsmaterialienzu dem Projekt.
  • Es werden Mädchen und junge Frauen für den Erhalt eines Stipendiums ausgewählt.

Durchführung des Stipendienprogramms:

  • 20 Mädchen und junge Frauen werden mit einem Stipendium unterstützt. Damit werden nicht nur die
    Schul- und Prüfungsgebühren abgedeckt. Die Mädchen erhalten außerdem Schulmaterialien wie zum Beispiel eine Schultasche, Hefte und Stifte. Schülerinnen aus entlegenen Gebieten erhalten die Möglichkeit zur Übernachtung in Internaten. Auch die Transportkosten werden übernommen. Ebenfalls im Stipendium enthalten sind Schulspeisungen und ein Set zur persönlichen Hygiene.
  • Vertreterinnen und Vertreter der Lokalregierung und der Schulbehörde nehmen dreimal jährlich an
    Schulungen über Kinderrechte, Qualität in der Bildung und Projektmanagement teil.
  • Eltern erhalten Informationsmaterial zur Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen und esuchen
    zusammen mit ihren Töchtern Informationsveranstaltungen zu diesem Thema.
  • Ein Radioprogramm über gleiche Bildungschancen für Mädchen und Jungen wird erarbeitet. So erreicht das Projekt ein breites Publikum und sensibilisiert die Gemeindemitglieder.

Laufzeit und Kosten
Das Projekt läuft voraussichtlich bis Dezember 2013. Plan unterstützt die Projektaktivitäten mit umgerechnet etwa 94.000 Euro*.
* (Wechselkurs vom 23.11.2009: 1 USD=0,673 €, Quelle: www.oanda.com)

Kindorientierte Gemeindeentwicklung
Mit diesem Ansatz begegnet Plan der Kinderarmut und den Kinderrechtsverletzungen. Neben allen am Projekt beteiligten Erwachsenen spielen auch die Kinder eine aktive und wichtige Rolle bei der Überwindung von Armut. Plan ermutigt die Mädchen und Jungen, ihre Potenziale zu entfalten und sich an der Gemeindeentwicklung zu beteiligen. Gerne schicken wir Ihnen hierzu ein ausführliches Informationspapier.

Foto: Plan BolivienStipendien ermöglichen Mädchen aus abgelegenen Gebieten den Schulbesuch. (Foto: Plan Bolivien)

Plan International ist als eines der ältesten Kinderhilfswerke in 48 Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas tätig, unabhängig von Religion und Politik. In der Entwicklungszusammenarbeit finanziert Plan nachhaltige und kindorientierte Selbsthilfeprojekte, hauptsächlich über Patenschaften sowie über Einzelspenden und öffentliche Mittel. Mädchen werden besonders gefördert, damit sie gleiche Chancen erhalten wie Jungen. Plan Deutschland betreut mehr als 280.000 Kinderpatenschaften und erreicht so in den Programmgebieten über zwei Millionen Menschen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen hat Plan Deutschland das DZI Spenden-Siegel zuerkannt. Weitere Informationen unter www.plan-deutschland.de. Bei Mehreinnahmen werden Spenden für andere dringende Plan-Projekte verwendet.

Stand: November 2009
Quellen: UNDP: Bericht über die menschliche Entwicklung 2007/2008